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Vorabpredigt für den 7. Februar 2010

Hebräer 4, 12 f

'Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch… es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes.'


 

Ist das Reden vom Glauben eine Waffe? Das Evangelium wie ein Schwert, das tötet oder jedenfalls zum Töten aufruft?

Von Hasspredigten, die das tun und von einer Religion, die sich mit tödlicher Schärfe jedem entgegen stellt, der anders glaubt und lebt, davon habe ich eigentlich genug. Und da muss man nicht bloß auf die anderen zeigen. Auch im Namen des Christenglaubens sind immer wieder Menschen verfolgt und getötet worden und Kriege entbrannt.

Andererseits: Kann denn das Evangelium von bloß Friede, Freude, Eierkuchen sein, jedem gut tun, allen Recht geben und den Menschen nach dem Mund reden? Wäre das gut, wenn Christen mit einer süßlichen, klebrigen Soße Konflikte zukleistern und alles zudecken, was eigentlich nicht bleiben kann, wie es ist? In der Bibel wird erzählt, wie die Propheten Israels, allen voran Nathan, den Menschen die Meinung sagen (z.B. 2. Sam. 12). Sie scheuen auch vor Königen nicht zurück. Sie decken auf, wo die Starken sich nehmen, was sie kriegen können, bis den anderen nichts mehr zum Leben bleibt. Mit dem Wort Gottes wollen sie Leben retten – was dazu nötig ist, tut manchmal weh. War es nicht gut, dass Margot Käßmann in ihrer Silvesterpredigt deutlich gesagt hat „in Afghanistan ist nichts in Ordnung“? Ich glaube nicht, dass die Diskussion darüber, was dort nötig und lebensförderlich ist, ohne diese Predigt so engagiert in Gang gekommen wäre.

Von Gott zu reden ist mehr als eine feierliche Verschönerung für Sonn- und Festtage. Von Gott zu reden ist mehr als ein bequemes Gedankenspiel für andächtige Stunden.

Von Gott zu reden kann lebendig machen. Aber manchmal tut das weh, wenn wieder Bewegung ins Leben kommt. Trotzdem tut das gut. Denn nur so bleiben Menschen lebendig.

Lucie Panzer

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